Die Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes, Alicia Pucheta de Corea, will sich heute zu Gesprächen mit Generalstaatsanwalt Rubén Candia Amarilla und dem Vorsitzenden des Journalisten-Verbandes SPP treffen. Dabei soll das spurlose Verschwinden des Journalisten Enrique Galeano behandelt werden. Die Ermittlungen in dem mysteriösen Fall sind laut Presseangaben durch Untätigkeit der Polizei unter Beihilfe der organisierten Kriminalität zum Erliegen gekommen. Der Journalistenverband vermutet, dass Galeano von einer mafiösen Organisation entführt wurde. Er hatte während seiner Tätigkeit als Radiosprecher wiederholt auf die Mißstände innerhalb der Regierung und über die Aktivitäten des Organisierten Verbrechens hingewiesen. Jetzt will sich die Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes persönlich über den bisherigen Stand der Ermittlungen informieren. Im jüngsten Bericht der Staatsanwältin, Camila Rojas, werden weder Tatverdächtige genannt, geschweige denn Haftbefehle ausgestellt. Laut dem Vertreter der SPP, Eduardo Arce, sei diess ein klarer Beweis für die Untätigkeit der Ermittlungs-Behörden. Enrique Galeano ist am 4. Februar 2006 in der Nähe von Yby Yaú spurlos verschwunden.